Bild von Bäumen

Bild von Gennaro Leonardi auf Pixabay 

Gemeinsam mit der Strategieabteilung der Siemens AG hat die Hochschule Biberach vergangenes Jahr einen Bericht zur Klimaneutralität und weltweiten Energie verfasst. Betrachtet wurden in dieser Übersicht vor allem die Wege zur Klimaneutralität, Energie in der Welt, in der Europäischen Union und in Deutschland sowie der World Energy Council und Weltenergierat. Hierbei wurde durch die Autoren aufgezeigt, wie unterschiedlich Länder und Unternehmen die Herausforderung Klimaneutralität aufgreifen.
Weiterhin geht aus dem Bericht hervor, welche Technologien, welche Kosten und welcher gesellschaftliche Diskurs notwendig sind, um in den kommenden Jahren klimaneutral zu werden.

Für die globale Klimapolitik ist das Erreichen der Klimaneutralität das wichtigste Ziel der nächsten Jahre. Im Folgenden werden die aktuellen Vorgehensweisen einiger Länder zum Vergleich stichpunktartig abgebildet.

Deutschland: Ausbau der Erneuerbaren Energien und Kohleausstieg sollen CO2-Ausstoß im Strombereich um 60 % bis 2030 mindern. Wasserstoff (und dessen Einsatz) wird als Hoffnungsträger angesehen.

Schweden: Klimaziele sollen auch mit Treibahusgas-Senken im Ausland erreicht werden. Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus, um Klimaziele zu erreichen. Forschung und Entwicklung an CCS (Carbon Capture & Storage) gemeinsam mit Nachbarländern.

Frankreich: Ausbau von Erneuerbaren Energien, Mindeststandards bei Energieeffizienz, Technologieverbote und Kohleausstieg. Klimaneutralität bis 2050.

Dänemark: Technologieverbote.

United Kingdom: Ausbau von Erneuerbaren Energien, Technologieverbote und negative Emissionen. Klimaneutralität bis 2050.

Schweiz: Einsatz vorhandener klimaschonender Technologien. Klimaneu-tralität bis 2050.

Japan: Einsatz von CCS und Wasserstoff. Klimaneutralität bis 2050.

China: Förderung von erneuerbaren Energien, Elektro- und Wasserstoff-mobilität sowie die Einrichtung von Emissionshandelssystemen. Klimaschutzmaßnahmen werden insbesondere auf lokaler Ebene umgesetzt und sollen perspektivisch auf das gesamte Land übertragen werden.

Indien: Ausbau der Erneuerbaren Energien und Aufforstungsprojekte. Die Elektrifizierung des Landes, um die Entwicklung weiter voranzutreiben, steht zum Teil in Konflikt mit dem Klimaschutz.

Afrika: Geringe Treibhausgas-Emissionen durch Aufforstung bis 2040 (Voraussage).

Chile: Ausbau der Erneuerbaren Energien und Abschalten von Kohle-kraftwerken.

Neuseeland: Ausgeschlossen vom Ziel der Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen, aufgrund der Schaf- und Rinderwirtschaft. Dennoch Ausbau der Erneuerbaren Energien, Elektrifizierung und Aufforstung.

Bhutan: negative Treibhausgas-Bilanz, da das Land zu 70 % von Wäldern bedeckt ist.

Zuordnung Länder Energie

Die Aktivitäten der einzelnen Länder zeigen, dass die Senkung der Treibhausgase größtenteils durch die Vermeidung der Treibhausgase erbracht werden sollen, sei es durch Energieeffizienz oder den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Der Bericht schlussfolgert, dass die Klimaneutralität nur erreicht werden kann, wenn Länder, Unternehmen und private Haushalte Veränderungen vornehmen und akzeptieren. So sollten Länder eine flexible Strategie kreieren, um auf neue Technologien und Veränderungen schnellstmöglich reagieren zu können. Unternehmen werden ihre Produkte umgestalten und ihre Arbeitsprozesse verändern müssen, um die Treibhausgas-Emissionen vorab zu senken und brauchen neue Ideen, um die Treibhausgas-Emissionen zu vermeiden. Für private Haushalte werden sich die Kosten für Lebensmittel, Transport, Wohnen und Energie erhöhen. Diese Veränderung müssen die Bürger verstehen, akzeptieren und sich darauf einstellen.

Zusammenfassend hält der Bericht als Status Quo in Bezug auf das Schwerpunktthema Klimaneutralität folgende Punkte abschließend fest:

  • CO2-Emissionen werden bis 2030 vorerst steigen (durch Entwicklung von Schwellenländern)
  • Klimaschutz ist nicht prioritär (politisch gesehen)
  • Umsetzung des Klimaschutzes erfolgt regional/lokal
  • Entwicklung des Marktes beeinflusst Klimaschutz
  • Klimapläne umfassen derzeit nur Maßnahmen zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen
  • Unternehmen proklamieren zunehmend Klimaneutralität
  • Angestrebte Klimaneutralität von Unternehmen erfolgt insbesondere bilanziell
  • Bedarf an „negativen Emissionen“ wächst, je später das Ziel einer vollständigen CO2-Reduktion erreicht wird
  • Negative Emissionstechnologien stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung und Anwendung

Den gesamten Bericht zu den Themen Klimaneutralität, Energie, World Energy Council und Weltenergierat finden Sie zum Nachlesen HIER.

AS